Industrie 4.0: für eine produktive und soziale Revolution

Blickt man heute auf die letzten drei großen industriellen Revolutionen zurück, fällt eine Gemeinsamkeit auf:  Der industrielle Wertschöpfungsprozess wurde in den letzten drei Jahrhunderten immer wieder neu erfunden. Und mit jedem revolutionären Schritt im Produktionsbereich gingen deutlich verbesserte Lebensbedingungen, wachsender Wohlstand und neue Chancen auf ein selbstbestimmteres Leben für einen Großteil der Menschheit einher. Durch Industrie 4.0 haben wir jetzt die Chance, unser Leben und die Zukunft unseres Planeten kreativer, unkomplizierter und lebenswerter zu gestalten.

Die erste industrielle Revolution im 18. Jahrhundert nutzte die Kraft von Wasser und Dampf, um eine Mechanisierung der Produktion zu erreichen. Erstmals durften Menschen und Tiere ihre Muskelkraft schonen. Es wurden mehr Waren in kürzerer Zeit produziert, die sich mit den neuen Dampfloks deutlich schneller transportieren ließen. Die Entdeckung der Elektrizität leitete die zweite industrielle Revolution im 19. Jahrhundert ein. Erst die Fließbandfertigung ermöglichte eine Massenproduktion. In den 70ern des 20. Jahrhunderts wurde die dritte industrielle Revolution von Computern ausgelöst; eine vollautomatische Steuerung von Prozessen durch Maschinen und Roboter wurde Realität. Auch die Qualität und Vielfalt der Produkte verbesserte sich und die Stückzahlen konnten weiter steigen.

 

Mit der vierten industriellen Revolution lassen sich jetzt komplexe Prozesse und Entscheidungen rasant beschleunigen. Die digitalen Werkzeuge, das WorldWideWeb und die Künstliche Intelligenz vernetzen Menschen, Bausteine und Maschinen auf intelligente und produktive Weise miteinander. Heute ist die Digitalisierung ein mächtiges neues Arbeitsgerät in unseren Händen, das ähnlich wie Wasser, Dampf, Strom oder Steuerungstechnik alle bisherige Errungenschaften sichert und selbst unter dem Druck der Pandemie positive Veränderungen für die Menschheit einleiten wird.